
Stand der Dinge
von Raphael Wiprächtiger
Prof. Christian Wagner (Gestaltungsbeirat Gemeinde Schwyz) und Stephan Deuber (Abteilungsleiter Hochbau Gemeinde Schwyz) sprachen mit Raphael Wiprächtiger über den Stand der Dinge im baupolitischen Umfeld von Schwyz.
Freie Republik Bachmatt
von Christoph Bieri
Am östlichen Rand von Schwyz, dort wo sich das dichte Hinterdorfquartier zur offenen Streusiedlung hin auflöst, steht seit 2003 die Wohnsiedlung Bachmatt. Die vier Mehrfamilienhäuser von Metron Architektur zeigen auch über zwanzig Jahre später, wie zeitlos gute Baukultur sein kann.
Der Ort als baukulturelle Ressource
von Michael Meier
Etwas ausserhalb von Schwyz, auf der Strasse Richtung Sattel, steht nahe der Hauptstrasse ein auffälliger Solitär aus Holz. Hoch über dem Lauerzersee vereint er die Räumlichkeiten einer Firma und ein öffentliches Restaurant. Wie selbstverständlich er dasteht, verdankt er einem Blick zurück.
Synergien nutzen im «Propeller»
von Cyrill Chrétien
Am nordwestlichen Dorfausgang von Schwyz entsteht mit dem Verwaltungs- und Sicherheitszentrum VSZK ein Gebäude, welches Verwaltung, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste künftig unter einem Dach vereint. Abseits des historischen Zentrums von Schwyz bildet es zudem einen neuen ortsbaulichen Ankerpunkt inmitten von bestehenden Amtsgebäuden, Verkehrsinfrastruktur und sensibler Topografie.
Der Flecken in der Landschaft
von Martina Borner
Schwyz ist kein Dorf und keine Stadt. Der Hauptort des gleichnamigen Kantons ist ein Flecken – ein Siedlungstypus, der sich zwischen ländlicher Offenheit und patrizisch geprägtem Anspruch bewegt. Gerade diese Ambivalenz macht seine aussergewöhnliche ortsbauliche Qualität aus.
Mut zum Wettbewerb
von Dominique Knüsel
Die vielversprechendste und zielführendste Möglichkeit für eine anspruchsvolle Bauaufgabe die beste Lösung zu finden, ist der Architekturwettbewerb. Dieser Meinung war auch die Gemeinde Schwyz, sowohl bei zwei aktuellen Schulhausprojekten als auch beim neuen Bushofdach für den Bahnhof Schwyz.
Urbane Sedimentation
von Lilia Glanzmann, Kunst + Bau Kommission Visarte Zentralschweiz
Angelika Waltherts feinsinnige Wandmalerei im Treppenhaus an der Brunnhalde 12 in Luzern holt die Jahrmillionen alte Erdgeschichte des Hangs direkt in den gebauten Raum und verwandelt rohen Sichtbeton in eine begehbare Landschaft.
Historische Aussenraumtypologien als Teil der Siedlungslandschaft von Schwyz
von Pascal Marx, Denkmalpflege Kanton Schwyz
Aus der besonderen Entstehungsgeschichte von Schwyz gingen drei charakteristische Aussenraumtypologien hervor: die Siedlungsstrukturen am Dorfbach, die herrschaftlichen Hofstätten rund um den Flecken und das Kirchendorf um den Hauptplatz als städtischer Mittelpunkt.
Kleine, zu grosse Häuser
von Alessandro Bosshard, Hochschule Luzern – Technik & Architektur
Während das Einfamilienhaus für viele Menschen den Traum vom eigenen Zuhause verkörpert, gilt es aus Sicht der Raumplanung und Architektur häufig als Symbol für Zersiedelung, hohen Flächenverbrauch und eine wenig nachhaltige Siedlungsentwicklung. Gerade deshalb stellt sich die Frage, wie bestehende Einfamilienhausquartiere zukunftsfähig weiterentwickelt werden können.
Es tut sich etwas
von Dominique Knüsel
In den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts zog man in Schwyz zu planerischen Fragen um ein neues Regierungsgebäude den Architekten Karl Moser von der Eidgenössischen Technischen Hochschule zu Rate. Aufgrund seiner Gutachtertätigkeit erhielt Moser die Planung dessen gleich direkt zugesprochen. Es fehlte jedoch nicht an kritischen Stimmen seitens Politik und ein Wettbewerb unter schwyzerischen Architekten wurde durchgeführt.1
Heute, hundert Jahre später ist die Beherbergung der kantonalen Verwaltung erneut ein grosses Thema. Mit der Baukreditgenehmigung von 2024 sagte die Schwyzer Bevölkerung ja zum neuen, zentralisierten Verwaltungs- und Sicherheitszentrum im Kaltbach, dem ebenfalls ein Wettbewerb vorausging. Für die Wettbewerbsteilnahme entscheidend war nun nicht mehr die einheimische Adresse, sondern die passenden Projektreferenzen. Das Projekt des Bieler Architekturbüros Sollberger Bögli und Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten aus Bern überzeugte am meisten und steht nun vor dem Baustart.
Wie steht es sonst um die architektonische Entwicklung in der Gemeinde am Fuss der Mythen? Diese Ausgabe von KARTON befasst sich mit qualitätsvollen, gegenwärtigen Bauten und vielversprechenden Projekten in der Gemeinde Schwyz. Schaut zurück auf die ortsbauliche Geschichte des Hauptortes, der lange Zeit keinen Bauboom verzeichnete und sich an neuen Architekturdiskussionen nur mit Zurückhaltung beteiligte. Nicht so in jüngster Zeit – es tut sich etwas im Talkessel. Wir berichten über einige aktuelle Architekturwettbewerbe und sprechen mit Christian Wagner, dem Gestaltungsbeirat der Gemeinde, sowie mit Stephan Deuber (Abteilungsleiter Hochbau der Gemeinde Schwyz) über die Herausforderungen, eine gemeinsame Baukultur zu etablieren. Der kompakte Dorfkern und die umliegende, charakteristische Streusiedlung mit den beachtlichen Herrenhäusern und den Bauernhöfen, die den Übergang zum Naturraum bilden, sind bis heute ablesbar. Damit diese ortsbaulichen und landschaftlichen Qualitäten bestehen bleiben darf trotz Siedlungsdruck die Streusiedlung kein Freipass für das Bauen in der Landschaft sein.
Viel Freude beim Lesen und beim Spaziergang durch Schwyz.
Literatur- und Quellenverzeichnis: INSA 8, Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850–1920. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Orell Füssli, 1996.
1 ) Vgl. Thomas Bolt, 1996, S. 453.