
Unser Kloster ist die Welt
aufgezeichnet von Raphael Wiprächtiger
Bruder georges, Guardian im Kapuzinerkloster Wesemlin, über die Beweggründe, ihr Kloster baulich und ideologisch zu öffnen.
Vom Bleiben im Wandel — Auf dem Klosterhügel von Ingenbohl
von Christoph Bieri
Auf dem Klosterhügel von Ingenbohl bei Brunnen haben Roger Boltshauser Architekten ein neues Pflegezentrum für die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz realisiert. Ein Werk im Spannungsfeld zwischen Beständigkeit und Veränderung.
Vier Bauten für ein Halleluja
von Michael Meier
Unmittelbar oberhalb des Bellerive-Quartiers, weithin sichtbar und in Waldesnähe gelegen, thront das Kloster Gerlisberg über der Stadt Luzern. Die dort ansässigen Kapuzinerinnen stehen wie viele andere Orden vor der Herausforderung, ihre Anlage zu erhalten und das Wohlbefinden der Bewohnenden finanziell zu sichern. Als Teil einer neuen Strategie werden deshalb neue Wohnhäuser unterhalb des Klosters entstehen.
Von Gebeten zu Rezepturen
von Gabriela Theiler
Wo einst die Glocke zum Gebet rief, duftet es heute nach frisch gebackenem Brot und Kräutern aus dem Klostergarten. Das ehemalige Kapuzinerkloster Stans war über Jahrhunderte ein Ort der Stille, der Andacht und der Bescheidenheit. Heute ist es mit dem Culinarium Alpinum zu einem Zentrum alpiner Esskultur geworden und zugleich ein Beispiel dafür, wie Architektur spirituelle Geschichte in die Gegenwart übersetzen kann.
Weiterbauen im kulturellen Gedächtnis
von Martina Borner
Das Mutterhaus der Menzinger Schwestern wandelt sich zu einem Ort des generationenübergreifenden Wohnens. Seiler Linhart Architekten und Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten schreiben Geschichte weiter — leise, präzise und gemeinschaftlich.
Von Ora et labora zu pflegeleicht
von Manuel Medina González
Kirchenbauten, Sakralräume und Klosteranlagen – ebenso wie das Interesse an Religionen – schrumpfen. Die Gründe dafür sind klar, die Antwort auf die Frage danach jedoch, wie die Religionen selbst, mehrdeutig und komplex.
Zwischenwelten
von Lilia Glanzmann, Kunst + Bau Kommission Visarte Zentralschweiz
Donato Amstutz‘ «Raum der Stille» im Alterszentrum Nägeligasse Stans verbindet die Kunst des Stickens mit der Architektur. So bildet er einen Ort, der weit über das Pflegezentrum hinaus in die Tradition sakraler Räume der Innerschweiz hineinwirkt.
Ewige Baustelle Kloster Einsiedeln – ein Zwischenbericht
von Monika Twerenbold, Denkmalpflegerin Kanton Schwyz
Das Kloster Einsiedeln ist eines der grössten und bedeutendsten Baudenkmäler schweizweit und für die Denkmalpflege Schwyz das wichtigste Schutzobjekt im Kanton. Es ist daher nicht erstaunlich, dass immer wieder neue Restaurierungsarbeiten und damit verbundene denkmalpflegerische Fragestellungen und Aufgaben anfallen – und dies ohne absehbares Ende.
Kirchen – Transformation – Kontext
von Christoph Flury, Hochschule Luzern – Technik & Architektur
In den Projektmodulen im Intermediate befassen wir uns mit unseren unmittelbaren Wohn- und Lebenswelten. Dabei betrachten wir die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaftsformen und der gebauten Umwelt, lesen und interpretieren bestehende Gebäude im Kontext, suchen Potenziale für neue Nutzungen und entwickeln Strategien zur Transformation bestehender Strukturen hin zu zukünftigen Wohn- und Lebensformen.
Zentralschweizer Klosteranlagen im Wandel
von Peter Omachen
In den Schweizer Klöstern leben immer weniger Nonnen und Mönche. Die Orden haben keinen Nachwuchs mehr. Den Ordensgemeinschaften fällt es immer schwerer, den Haushalt zu führen und die Mitschwestern bzw. Mitbrüder zu pflegen – ihr Altersdurchschnitt liegt oft bei über achtzig Jahren. Die grossen Klosteranlagen verursachen hohe Unterhaltskosten.
Die Klostergemeinschaften reagieren unterschiedlich. Dies liegt einerseits in ihren Ordensregeln begründet. So sind etwa die Kapuzinerinnen und Kapuziner in erster Linie Mitglieder ihres Ordens und nicht eines bestimmten Klosters. Das bedeutet, dass einzelne Klöster planmässig aufgegeben und verkauft werden können, wie dies etwa beim Kapuzinerkloster Stans geschehen ist. Andere Ordensgemeinschaften hingegen sind in erster Linie Mitglieder ihres Klosters, etwa die Mitglieder des benediktinischen Ordens. Hier gestaltet sich der Transformationsprozess noch komplexer.
Der Umgang mit Klosteranlagen beschäftigt uns in dieser Ausgabe von KARTON. Die Auswahl der Beispiele deckt nur einen kleinen Teil der grossen Anzahl von Klöstern in der Zentralschweiz ab. Als Architekturzeitschrift interessieren uns naturgemäss in erster Linie bauliche Veränderungen. Es würde aber zu kurz greifen, die mögliche Transformation eines Klosters in etwas Neues nur in Umbaumassnahmen zu sehen. Es gibt bereits erfolgreiche Beispiele, wo den alten Mauern neues Leben eingehaucht wurde, ohne sie massgeblich zu verändern. Zum Beispiel das Benediktinische Zentrum in Sarnen, wo die Klostergemeinschaften der Benediktinerinnen von Melchtal und von Wikon zu den Nonnen von St. Andreas gezogen sind. Oder das architektonische Juwel des Klosters Baldegg, das der renommierte amerikanische Architekt Marcel Breuer in den 1960er und 1970er Jahren entworfen hat und das sich derzeit in einem sorgfältig kuratierten Strategie- und Transformationsprozess befindet.
Die Klöster und Ordensleute sind Teil unserer Geschichte und Identität in der Zentralschweiz. Wir wollen ihnen Sorge tragen und schauen, dass diese wichtigen Orte der Spiritualität nicht verloren gehen.