
Quo vadis, SAC?
von Raphael Wiprächtiger
Jedes Jahr müssen rund fünf bis acht SAC Hütten erneuert oder saniert werden. Die allermeisten Projekte dafür gehen heute aus Konkurrenzverfahren hervor, wie man es bei den jüngst gebauten Hütten sehen kann. Die Zukunft der Berghütte sieht der SAC dabei wieder mehr im Bergerlebnis und weniger im Komfort.
Ohne Anspruch auf Ewigkeit
von Erich Vogler
Vom Schutzraum zum alpinen Ausflugsziel: Die Sewenhütte illustriert den Wandel der SACArchitektur. Während Jakob Eschenmoser die Form einst aus der Notwendigkeit des Schutzes ableitete, fordert die heutige Nutzung neue Antworten. Wie reagiert die Baukultur auf diesen Spagat zwischen alpiner Tradition und modernen Komfortansprüchen?
Auf der Suche nach der adäquaten Form
von Dominique Knüsel
Die Planurahütte am Claridenpass und das Ortstockhaus auf der Braunwald-Alp – zwei Bauten von Hans Leuzinger, die fast hundert Jahre nach ihrer Entstehung immer noch faszinieren und eine Bergtour wert sind.
Grosses Ringen um ein kleines Haus
von Gabriela Theiler
Der Ort ist extrem, das Programm reduziert und das Teilnehmerfeld gross: Der Wettbewerb zum Grassenbiwak zog bemerkenswert viele Interessierte an. 68 Teams investieren Zeit und Wissen – am Ende wird nur ein Projekt realisiert. Warum dieser Aufwand?
Bewährte Einfachheit
von Michael Meier
Einst als Musterbau einer SAC-Hütte an der Schweizer Landesausstellung von 1914 in Bern präsentiert, wird die Dammahütte gut 110 Jahre später als Sujet der neuen Schweizer Banknotenserie erneut ins kollektive Bewusstsein rücken. Die Hütte wurde kürzlich erweitert und zeigt exemplarisch, wie Kontinuität und Anpassung auch ohne grosse Gesten einhergehen können.
Wenn sich Geschichte wiederholt
von Manuel Medina González
Zwischen kleinen Lüftungsfenstern und schmalen Schlafplätzen unter niedrigen Decken, im flackernden Kerzenlicht, hatte der Alpinismus einst seinen Ursprung. Doch die frühere Hüttenromantik ist längst Vergangenheit. Heute prägen Hightech, nachhaltige Energiekonzepte und Helikoptertransporte das Bild moderner Berghütten.
Schwerkraft in der Schwebe
von Lilia Glanzmann, Kunst + Bau Kommission Visarte Zentralschweiz
Im Zentrum des Surseer Zirkusplatzes vollführt Jeremias Buchers Stahlskulptur «Looping-theloop » einen poetischen Salto zwischen Bahnvergangener Zeit, Wendeltreppe und neuer Schularchitektur.
Von der bedrohlichen Wildnis zum alpinen Erholungsraum
von Benno Vogler, Denkmalpfleger Kanton Nidwalden
Eine kleine Architekturgeschichte des Wanderns in Nidwalden
Bauland adieu
Der Kanton kann es beschliessen und Briefe mit einem Inhalt wie diesem versenden: Ihr Grundstück wird rückgezont. Was steckt hinter Rückzonungen, wie gehen betroffene Landbesitzer damit um – und was bedeutet das für die Gemeinden?
Hohe Baukultur für die Bergwelt
von Michael Meier
Wo im städtischen Kontext oft Widerstand gegen neue Bauten entsteht, sieht man in den Bergen mit Freude die langersehnte Silhouette der Hütte. Liegt es daran, dass SAC-Hüttenprojekte bei Architekturbüros so beliebt sind? Vielleicht teilweise. Entscheidend ist sicher der Reiz, an aussergewöhnlichen Orten planen und bauen zu können. In den Bergen lässt es sich zum Wesentlichen zurückkehren, zu einer Architektur, die sich auf Funktion, Materialität und Landschaft einlässt. Trotz kleiner Bausummen und oft knapp bemessener Projektbudgets bleibt das Interesse an solchen Wettbewerben hoch.
In der ganzen Schweiz befinden sich zahlreiche SAC-Hütten aktuell in Veränderung. Veraltete Technik, begrenzte Platzverhältnisse und die Folgen des Klimawandels machen Umbauten, Neubauten und Erweiterungen notwendig. Allein im Göschenertal werden derzeit alle drei Hütten - Dammahütte, Chelenalphütte und Bergseehütte – erneuert oder erweitert. Planende stehen dabei vor der Aufgabe, Architektur in sensiblen Gebirgslandschaften mit höheren Übernachtungszahlen, ressourcenschonenden Technologien und veränderten Erwartungen an Komfort und Erlebnis zu verbinden, ohne den Charakter der Hütten zu verlieren.
SAC-Hütten sind längst mehr als einfache Zufluchtsorte für Alpinisten. Persönlichkeiten wie Hans Leuzinger oder Jakob Eschenmoser haben diesen Wandel mitgeprägt. Heute werden Hütten selbst zu Zielen: Tagesgäste, Freizeitwandernde und Übernachtungsgäste suchen ein Erlebnis in der Bergwelt.
Dass die Bedeutung der Hütten in der Schweizer Identität verankert ist, zeigt sich schon bald auf den neuen Banknoten: Mit der Darstellung von Monte Rosa Hütte und Dammahütte stehen gleich zwei Hütten stellvertretend für die Relevanz der SAC-Hütten in der Schweizer Berglandschaft.
Diese Ausgabe nimmt einige jüngere Projekte der Zentralschweizer Hüttenarchitektur in den Blick: die in Planung befindliche Erweiterung der Seewenhütte, den realisierten Umbau der Dammahütte, den Neubau des Grassenbiwaks sowie die Entwürfe der Hüfihütte und Etzlihütte. Zugleich wird die Rolle von Hans Leuzinger als prägende Figur gewürdigt und die Organisation der Hüttenerneuerung innerhalb des SAC beleuchtet. Im Zentrum steht die Frage, wie Hütten heute gestaltet werden können, um den Anforderungen der Bergwelt und den Erwartungen der Besuchenden gleichermassen gerecht zu werden.